Tag 146: Wie die VIPs !

Heute war ich bei meinem ersten Football Game. Zwar hab ich nicht die Eagles gesehen, dafür aber die Temple Owls, was die College-Mannschaft der Tempel University von Philadelphia ist. Ich hab mich ja bisher noch nie so besonders mit Football auseinander gesetzt, aber durch E kenne ich schon so ein paar Begriffe und hatte eine ungefähre Vorstellung von den groben Regeln. Dank Maries Hostmum, die uns die Tickets einfach mal so geschenkt hat, haben wir quasi die perfekten Plätze gehabt. Beheizte Club Lounge mit einer top Sicht auf das Spielfeld! Wir haben uns gefühlt wie VIPs. Ich möchte auch gar nicht wissen, was so eine Karte eigentlich kostet.

Ein Football Game hat 4 Quarter mit je 15 Minuten. Das ganze Spiel dauerte letztendlich aber 4 Stunden, weil es ständig irgendwelche Time Outs, Spielerwechsel und Taktikbesprechungen gibt. Man hat das Gefühl, der Ball ist vielleicht insgesamt 10 Minuten im Spiel. Aber während dieser kleinen Breaks zwischendurch gibt es auch genug andere Dinge zur Unterhaltung. Die gesamte Zeit über springen Cheerleader am Feldrand herum und auf der einen Tribüne steht ein Riesen Blasorchester mit bestimmt 100 Leuten (wenn nicht mehr), das wirklich richtig gut Stimmung gemacht hat! In der Halbzeitpause gab es eine große Show aus beiden zusammen. War verdammt professionell und richtig schön mit anzusehen, weil die Leute mit ihren Instrumenten nicht nur steif dastanden, sondern Worte und Muster gebildet haben, während sie brand-aktuelle Songs trällerten. Und die Cheerleader waren eh die coolsten mit ihren Pompons!

Ansonsten werden ständig Leute aus dem Publikum auf der Leinwand eingeblendet. Manchmal legen die einen Rahmen da rum von wegen "Smooch-Cam" (also Knutsch-Kamera) und dann werden so vermeintliche Pärchen eingeblendet, die sich zum Vergnügen aller überschwänglich küssen oder die Cutie-Pie Cam (ugs. für "süßer Fratz"), bei der die Kamera auf kleine schnuckliche Mädchen oder Jungen gehalten wird und sich das Publikum von einem "Ooooooh" ins nächste stürzt, weil ein Kind niedlicher ist als das nächste. Zum Spaß blenden die dann ab und zu zwischen den ganzen Zwergen mal nen grimmig aussehenden Herren ein, um ihm (und natürlich auch dem Rest) ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, haha. Also es wurde, wider Erwarten, nicht langweilig und war quasi bis zur allerletzten Sekunde spannend, weil die beiden Mannschaften (der Gegner der Owls war übrigens eine College-Mannschaft aus Florida) immer ziemlich gleich auf waren. Leider hat Temple am Ende verloren, aber gelohnt hat es sich trotzdem allemal! War ne ziemlich coole und vor allem echt amerikanische Erfahrung. Das gibt wieder ein Häkchen auf der Bucket List!

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