Tag 138: Ein bisschen Arbeit, Chinesisch und die amerikanische Jugend hautnah

Heute war wieder richtig chillig. Ich hab früh wie immer bis 9 gearbeitet und bin dann mit Marie gleich zum Red Hot Dance gefahren. Hier zu Hause hatte ich dann noch die Küche und die Betten vor mir, aber das war auch relativ fix erledigt. E kam wieder gegen 1 Uhr aus der Schule, weil heute eben nochmal half day war. Aber Em kam schon eine Stunde später nach Hause und hat sich den Rest des Tages gekümmert. Ich hab erstmal ’ne Runde Mittagsschlaf gehalten und noch ein bisschen Harry Potter gelesen. Später als die Kinder im Bett waren, saß ich mit meinen Gasteltern noch im Wohnzimmer und wir haben angefangen einen Film zu schauen. Es gibt hier so eine Funktion am Fernseher, die nennt sich „on demand“ (also quasi so was wie „auf Anfrage“) und da gibt es so viele Filme und Serien, die man einfach umsonst schauen kann. Wenn man keine Lust auf das aktuelle Programm hat, sucht man sich eben das aus, was einem gefällt. ;)

Ich musste dann aber mittendrin los, weil ich noch mit Lina, Desi und Maria (die Festival-Truppe) zum Essen verabredet war. Wir sind in ein richtig schickes chinesisches Restaurant gegangen und mein Krebsfleisch-Mango-Salat sah auch aus wie aus sonem 5-Sterne Restaurant. Am Ende war es auch etwas teurer, aber ab und zu kann man sich so was ja auch mal gönnen, das Auge isst schließlich mit!

Im Anschluss sind wir zu so einer College-Party gegangen. Sowas findet hier jedes Wochenende in irgendwelchen Studentenbuden statt. Da wird dann einfach alles beiseite gestellt, was verschiebbar ist und dann kommen eben so um die 50 / 60 Jugendlichen (davon wahrscheinlich fast alle under-aged, also jünger als 21) und nutzen ihre Chance, Alkohol (in nicht gerade geringen Mengen) zu konsumieren. Natürlich sind auch überall die typischen roten Plastikbecher am Start und es gibt immer einen, der alle von draußen wieder reinscheucht, weil die ja ständig Angst haben müssen, dass die Polizei davon Wind kriegt.

Das Lustige war, dass sich das irgendwann rumgesprochen hatte, dass wir da sind und immer mal wieder welche vorbeikamen und meinten „Ach ihr seid also die deutschen Mädels“. Die sind auch unheimlich fasziniert von unserer Geschichte und finden das alle total cool, dass wir einfach so für ein ganzes Jahr allein in ein fremdes Land gehen. Und den meisten fallen auch halb die Augen aus, wenn wir erzählen, dass man in Deutschland geringprozentigen Alkohol mit 16 Jahren trinken darf und auch schon feiern gehen kann. Für die Jugend hier sind diese House Partys echt die einzige Möglichkeit, mal rauszukommen. War schon aufregend, das mal miterlebt zu haben, aber tauschen wollen würde ich definitiv nicht. ;)

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