Tag 132: 20 Länder auf einem Haufen!

Heute war dann also das große Meeting. Hier zeigte sich tatsächlich mal wieder, dass die Vorurteile über manche Nationalitäten wirklich stimmen. Natürlich waren wir Deutschen eine der ersten Gruppen und konnten uns somit einen guten Tisch sichern. Meine italienische Freundin Laura war mindestens 30 Minuten alleine an ihrem Platz, bis ihre Mitstreiterinnen es auch mal geschafft haben, einzutrudeln. Die Columbianer haben die ganze Zeit über mächtig Stimmung gemacht; rumgetrommelt und gesungen und getanzt; an ihrem Stand war irgendwie immer etwas los. Schade nur, dass man durch ihr Gesinge unsere schöne Weihnachtsmusik gar nicht wahrgenommen hat, die wir über Karstens Laptop abgespielt haben… Naja, was soll’s, unsere Naschereien kamen jedenfalls gut an! Vor allem die gebrannten Mandeln von Marie und der selbst gemachte Punsch von Linda waren der Renner! Aber auch die Kekse gingen gut weg. Da war so ein kleiner blonder Junge, der alle 5 Minuten an unserem Stand vorbeigeschlichen kam und sich einen Spekulatiuskeks stibitzt hat, so süß haha. Wir haben ihm am Ende die restliche Packung geschenkt. :)

Leider waren wir nicht der einzige deutsche Stand, da es hier in der Gegend so viele Au Pairs aus unserem Land gibt und immer nur maximal 6 Leute in einer Gruppe sein durften. Es gab noch einen Karnevals-Stand mit Berlinern und Frikadellen, einen über Süddeutschland und speziell unser Oktoberfest mit Brezeln und so einer Fotowand mit Männchen in Lederhose bzw Weibchen im Dirndl und Löcher bei den Köpfen, sodass man sein eigenes Gesicht durchstecken konnte. Die vierte Gruppe war eine „Deutsche Bäckerei“ mit selbstgemachtem Frankfurter Kranz und Schwarzwälderkirschtorte. Sie haben außerdem selber Vollkornbrot gebacken sowie vor Ort Kartoffelpuffer gebraten und Apfelmus dazu serviert. Alles echt kreativ! Aber die anderen Länder haben auch nette Sachen geboten, wir haben uns in allen Nationen mal so durchgefuttert und traditionelle Speisen ausprobiert. Hat echt super Spaß gemacht und am Ende hat sogar eine von den deutschen Gruppen einen Preis im Wert von 150 Dollar gewonnen (Germany rules! haha). Leider nicht wir, sondern die Oktoberfest-Gruppe. Aber darin bestätigte sich noch ein Vorurteil: Die Amis stehen einfach auf den Lederhosen-Kram. Fragt man einen Amerikaner nach Deutschland, fällt ihm zu 90% zuerst Bayern ein. Aber man kann’s ihnen auch nicht verübeln; ich mein, wenn die Aufgabe lautet: „Stellen Sie sich bitte einen typischen Deutschen aus Brandenburg vor!“, könntet ihr das sicher auch nicht. Wieso sollten wir es also von den Amis erwarten…

Wie auch immer, das war defintiv eins der coolsten Au Pair Treffen bisher und ich freu mich auch schon auf das nächste: Da gehen wir nämlich auf einen richtigen Weihnachtsmarkt… den German Christmas Market in Philadelphia!!

 

Ich muss heute Abend ausnahmsweise arbeiten, weil meine Gasteltern zu irgendeiner Veranstaltung eingeladen sind und erst nachts nach Hause kommen. Ich war seit ca. 18 Uhr mit den Kids allein und weil irgendwie keiner Lust hatte zu kochen, bin ich mit den Kindern essen gegangen. Hab mir erst ein bisschen Sorgen gemacht, weil ich noch nie mit ihnen allein im Restaurant war, aber sie haben sich richtig gut benommen. Generell waren beide den ganzen Abend kleine Engel und wir haben es ohne Meckern bis in’s Bett geschafft. Wir saßen dann zu dritt in E’s großem Bett und haben noch 2 Geschichten gelesen. Ich wollte dann mit G schon rüber gehen in ihr Zimmer, weil ich normalerweise immer noch neben ihr liegen bleibe, bis sie eingeschlafen ist, doch dann hat mich der Kleine tatsächlich zum allerersten Mal gefragt, ob ich nicht noch ein bisschen bei ihm liegen und mit ihm kuscheln könnte. Da bin ich ja fast aus allen Wolken gefallen! Mal schauen, ob das eine einmalige Gelegenheit war… Hab es jedenfalls genossen :)

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