Tag 117: Shabbat

Heute hatte ich meine erste richtig jüdische Erfahrug hier.

Also ich muss dazu sagen, dass meine Gastfamilie wirklich nicht so streng gläubig ist. Sie gehen an den Feiertagen halt zu ihren Services, also den Gottesdiensten und unser Haushalt wird eben koscher geführt, heißt: getrenntes Geschirr sowie Besteck für milchhaltige und Fleischprodukte. Es darf bei einer Mahlzeit auch nie beides zusammen gegessen werden und wenn es Fleisch gibt, muss es Truthahn oder Hähnchen sein. Außerhalb des Hauses werden diese Regeln aber nicht beachtet. Gehen wir irgendwo im Restaurant essen ist es ok, wenn man sich Nudeln mit Käse-Schinken-Soße bestellt. Es scheint eine ziemlich freie Religion zu sein, bei der jeder selbst ein bisschen bestimmt wie sehr man die Regeln einhält oder eben auch nicht.

Von Marie, deren Gastfamilie auch zur Hälfte jüdisch ist, weiß ich, dass sie jeden Freitag Abend Shabbat-Dinner haben. Das hatten wir seitdem ich hier bin zum Beispiel noch nie. Die Großeltern scheinen diese Tradition bei sich zu Hause anscheinend zu wahren und so durfte auch ich heute auch in den Genuss kommen. Typisch für das Shabbat-Dinner sind das Challah-Brot (eine Art Hefezopf), das wir mit Honig gegessen haben... richtig lecker!! Es wurden außerdem Shabbat-Kerzen aufgestellt und angezündet sowie aus speziellen kleinen Gläsern Wein (oder in unserem Falle: Traubensaft) getrunken. Über den Wein und das Brot wurden Gebete auf Hebräisch gesprochen. Das haben sogar die Kinder übernommen, war richtig aufregend irgendwie. Und natürlich hatten wir auch alle so eine Juden-Kappe (Kippa) auf dem Kopf. Also ich kam mir am Anfang schon ein bisschen Fehl am Platze vor, weil man das ja einfach überhaupt nicht kennt und sich damit nicht wirklich identifizieren kann, aber es war schon interessant und nach der Zeremonie am Anfang auch ein recht normales Abendbrot mit Chicken, Reis und grünen Bohnen.

 

Als die Kinder dann später in ihren Betten schlummerten, war meine Arbeitswoche geschafft.

Und dann... Freitag Abend. Fast wären wir wieder im Kino gelandet... Aber das wäre dann der dritte Freitag in Folge und es muss ja auch noch andere Aktivitäten geben. Ich weiß gar nicht mehr, wer auf die Idee gekommen ist, aber letztendlich fanden wir (Sara, Marie, Karsten und ich) uns dann im FroYo-Lala in Ardmore wieder. Wenn man ein bisschen kombiniert, kann man dem Namen des Ladens entnehmen, worum es sich handelt: Ein Frozen Yogurt Geschäft mit Karaoke Bar. Gut, dass uns hier keiner kennt... Wir haben die ganze Liste durchforstet und es uns nicht nehmen lassen, Songs von Justin Bieber, Backstreet Boys & co zu singen. Es gab sogar einen Song von Modern Talking, haha. Die skeptischen Blicke von den anderen Leuten haben wir ignoriert. Hauptsache Spaß gehabt!

 

 

 

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