Tag 96: New York, New York

Geplant war ja ein erneuter Besuch von NYC schon länger, aber nun kam das Ganze doch schneller als gedacht.Spontan haben Marie, Sara und ich vorgestern unsere Tickets gebucht und saßen kurz nach halb 6 Uhr morgens im Zug nach Philadelphia, von wo aus wir mit dem Greyhound-Bus um 7 Richtung Big Apple gedüst sind. Sara und ich waren ja damals in der Trainings School vor ziemlich genau 3 Monaten schon mal für ein paar Stunden da, aber bei der damaligen Tour ist einiges schief gelaufen, wodurch wir nur recht wenig Zeit hatten und abgesehen vom Rockefeller Center eigentlich auch kaum irgendwas von der Stadt gesehen haben. Das sollte sich mit dem heutigen Tag ändern!

 


Ziemlich pünktlich kamen wir nach 2 Stunden Fahrt recht zentral in Manhatten an. Unsere erste Station sollte „Ground Zero“ sein und damit das Memorial vom 11. September 2001. Dazu fuhren wir mit der Metro Richtung Süden bis zur Haltestelle Word Trade Center. Es war schon ein eigenartiges Gefühl als wir durch die Straße gelaufen sind, die zu der Gedenkstätte führt… Wenn man sich vorstellt, dass dort vor 12 Jahren alles voller Rauch, Panik und einfach nur Chaos gewesen sein muss.
In den vergangenen Jahren sind auf dem Ground Zero wieder mehrere Türme errichtet worden, die eine Grünanlage umstehen, in deren Mitte sich zwei riesige Becken mit einer Art Wasserfall befinden, welche die einstigen Standorte der Zwillingstürme markieren. Es muss damals wohl große Konflikte um den Wiederaufbau der Türme bzw. der Erhaltung der Gedenkstätte gegeben haben. Die beiden „Pools“, wie sie hier bezeichnet werden, an der Stelle der ehemaligen Fundamente sind symbolisch gesehen jedenfalls sehr passend und es herrscht eine unbeschreibliche Stimmung in dem Memorial. Wer die Chance hat, sollte sich das definitiv nicht entgehen lassen.

 

Da wir nun schon einmal ziemlich weit im Süden waren, sind wir vorbei an der Trinity Church (New Yorks bekanntester Kirche), durch die Wall Street rüber nach Osten zur Brooklyn Bridge. Als wir vor genau 13 Wochen von der Training School ins neue Zuhause gefahren sind, konnte ich einschon mal einen Blick auf die gigantische Hängebrücke werfen. Damals haben wir nämlich die Manhatten Bridge passiert, welche direkt daneben verläuft, aber etwas kleiner ist. Heute sind wir zu Fuß rüber nach Brooklyn spaziert. Natürlich haben wir zwischenzeitlich mehrere Male angehalten, um Fotos mit der tollen Kulisse im Hintergrund – Manhattan’s Skyline – zu machen. Kaum vorstellbar, dass die Brücke dieses Jahr schon ihren 130. „Geburtstag“ feierte. Mit ihren fast 2km Länge war sie zu ihrer Fertigstellung die längste Hängebrücke der Welt, weshalb man sie damals auch als das „8. Weltwunder“ bezeichnete. Es gibt noch viele andere interessante Fakten und Geschichten rund um die Brooklyn Bridge, aber da könnt ihr bei Interesse ja selbst nachschlagen ;)

Auf der anderen Seite angekommen, sind wir aber gleich wieder in die Metro gestiegen und zurück nach Manhatten bis hoch zum Central Park gefahren. So langsam überkam uns auch der Mittagshunger und wir haben dann bei Whole Foods Halt gemacht, um Sushi und Cookies zu holen. Mit dem Lunch im Gepäck ging es also direkt in „die grüne Lunge Manhattan’s“ hinein, wo wir uns irgendwo auf den 340ha Grün ein Plätzchen gesucht haben, um etwas zu verschnaufen sowie unser Essen zu verspeisen.

 

Nach dem kleinen Picknick konnten wir mit neuer Energie auf zur nächsten Station starten. Mit der Metro ging’s zurück bis zur 14. Straße, von wo aus wir durch’s Meatpacking District zum High Line Park liefen. Heutzutage findet man dort ein sehr bekanntes Modeviertel vor, in dem sich viele Designerlabel angesiedelt haben. Schaut man allerdings 100 Jahre zurück gab es in dem Bezirk um die 250 Schlachtbetriebe (daher auch der Name). Die für dieses damalige Fleischgewerbe notwendige „High Line“, eine 2,33km lange Hochbahntrasse, blieb erhalten und wurde in den vergangenen Jahren zu einem Park umgestaltet, um das Gebiet attraktiver für die Öffentlichkeit zu machen. Im Sommer muss es dort super schön sein, wenn alles grünt und blüht! Aber auch so war es toll, über die High Line zu spazieren und erhöht auf das Treiben in der Stadt schauen zu können.

Und wie es immer so ist, trifft man ja auf solchen Ausflügen Gott und die Welt. Naja, diesmal war es Stephi (meine „Cousine“ – Au Pair von Cousin und Cousine meiner Kinder aus der Nähe von DC), die zufälligerweise heute auch mit 2 Freundinnen in NYC unterwegs war. Ach ja, ich sag es immer wieder: Die Welt ist ein verdammtes Dorf! Wir haben dann im High Line Park noch ein bisschen gequatscht, aber der Abschied fiel nicht so schwer, weil wir uns nächstes Wochenende schon wiedersehen! Da kommt sie nämlich zu mir nach Philly und wir gehen Samstag Abend auf’s BOY-Konzert!!! :)

 

Es ging mittlerweile schon auf den frühen Abend zu und so haben wir uns auf den Weg zum Time Square gemacht. Also ich weiß auch nicht, an sich ist das schon alles sehr beeindruckend und man muss das halt auch mal gesehen haben, aber ein Mal reicht dann auch. Sobald es dunkel wird ist dort einfach nur die Hölle los und das war mir zwischenzeitlich dann echt alles ein bisschen zu anstrengend mit den Menschenmengen. Wir sind in ein paar Shops reingegangen (Disney, Hershey, M&M), aber da drin war es im Prinzip nicht wirklich besser. Reizüberflutung sag ich nur. Ich hatte irgendwann schon richtig schlechte Laune und wollte einfach nur noch irgendwo sitzen und etwas zum Abendbrot essen. Das gestaltete sich allerdings auch gar nicht so leicht, da natürlich ebenfalls alle Restaurants vollgestopft mit Menschen waren. Letztendlich ist es nach ewigem Hin- und Herrennen doch auf McDonald’s hinausgelaufen. Ist übrigens, das erste Mal gewesen, dass ich hier in den Staaten in einem essen war. Anfangs war ich ja nicht so begeistert über diese Entscheidung, aber es hat mich dann doch recht positiv überrascht. So viel billiger als in Deutschland und geschmacklich – entgegen allem, was ich bisher gehört habe – richtig gut!

Wir haben dort noch recht lange gesessen, weil uns einfach die Beine weh getan haben und generell ziemlich fertig waren von der ganzen Lauferei. Jetzt sitzen wir wieder im Bus auf dem Weg nach Philly, wo wir gegen halb 12 ankommen und dann kurz nach Mitternacht unseren Zug nach Hause nehmen können.
Aber auch wenn es anstrengend war, haben wir einen wunderschönen Tag gehabt und mal wieder gesehen, warum es sich lohnt, hier zu sein! Fotos wie immer: hier :)

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