Tag 51: Nochmal Kind sein, das wär's!

Ich musste heute erst um 9 anfangen zu arbeiten. Trotzdem wurde ich schon vor dem Weckerklingeln wach, da es draußen ziemlich stark geregnet hat. Somit waren wir vorerst gezwungen, drin zu bleiben. Bis Mittag haben wir uns also hier beschäftigt und als dann die Sonne wieder rauskam, bin ich mit G ins „Please Touch Museum“ gefahren. (Em ist mit E zu Hause geblieben, da er immer noch Fieber hat.)

WARNUNG: Es folgt eine – eventuell unnötige – ausführliche Beschreibung. Wer sich das sparen will, kann eigentlich auch hier schon aufhören zu lesen, da wir tatsächlich viereinhalb Stunden darin verbracht haben und somit mein Tag danach quasi auch schon vorbei war.

 

Also. Dieses Museum ist ungefähr 15 Minuten von hier entfernt und extra für Kinder ausgelegt. Es ist ein riesengroßes Gebäude, das in mehrere Abteilungen aufgeteilt ist. Allerdings gibt es nirgends langweilige Schaukästen und noch langweiligere Texte daneben oder irgendwelche unspektakulären Gemälde/Statuen/etc., neben denen Schilder mit der Aufschrift „Berühren verboten!“ hängen, nein – wie der Name schon sagt, wird man hier sogar dazu aufgefordert, alles anzufassen und auszuprobieren Die Grundidee des Museums ist es, dass sich die Kinder fühlen wie Erwachsene und das „normale“ Leben nachspielen können. Entscheidet man sich nach dem Eingang dazu, nach links zu gehen, gelangt man zuerst in ein Abteil mit verschiedenen Autos. An einem kann man Räder an- und abmontieren, das nächste steht an einer Tankstelle und man kann die Zapfsäule bedienen, im übernächsten verwandelt man sich in einen Busfahrer und in dem danach in einen kleinen Schuhmi. Läuft man ein Stückchen weiter kommt man durch einen Park, in dem ein paar Bänke, ein Eisladen sowie ein Kiosk stehen. Wer also gerade noch ein Rennwagenfahrer war, steht im nächsten Moment hinter der Theke und verkauft dir ein Schokoeis oder Käsesandwich. Im folgenden Abteil befindet sich die Raumstation. Man kann sich als Astronaut verkleiden, Live-Aufnahmen auf dem Mond zur Erde schicken und kleine Spaceships mit Luftdruck ins Universum schießen. Geht man dann die Treppe runter landet man in einem Supermarkt. Jedes Kind schnappt sich einen kleinen Einkaufswagen und schiebt ihn durch die Gänge mit dem Obst und Gemüse, an der Fleisch- sowie Käsetheke vorbei, dann zum Süßigkeitenregal, weiter zu den Fertigprodukten, bis hin zum Bäcker. Danach stellt man sich brav an der Kasse an, an der schon ein anderes Kind wartet und deine Sachen über das Band zieht. In diesem Supermarktabteil gibt es mindestens 5 große Schilder, auf denen übersetzt steht „Aufräumen ist Teil des Spiels“. Leider scheinen das ungefähr 90% zu überlesen (ok, die meisten können höchstwahrscheinlich auch noch gar nicht lesen, aber leider tun 90% der Eltern so als könnten sie es auch nicht). So waren G und ich so ziemlich die einzigen, die die ganzen Produkte nach dem Bezahlen wieder an die richtige Stelle in die Regale legten. Stattdessen sind 2 Mitarbeiter dauerbeschäftigt damit, vollgepackte Einkaufswagen wieder auszupacken, damit drei Sekunden später das nächste Kind wieder alles in seinen Korb wirft, um es am Ende stehen zu lassen. Nachdem wir also vorbildlich auch diesen Part des Spiels beachtet hatten, ging es weiter zum Schuhgeschäft. Dort kann man erstmal seine Schuhgröße ausmessen und dann tatsächlich diverse Schuhe anprobieren. Wie alle kleinen Mädchen fand auch G die Highheels am spannendsten. Ich war allerdings nicht so begeistert davon, dass wahrscheinlich schon 4827 andere Kinder ihre nackten Füße da reingesteckt haben und nach ein bisschen Drängeln kamen wir zum Krankenhaus. Für die Kinder gibt es blaue Kittel und eine Baby Born, mit der sie verschiedene medizinische Tests durchführen können oder sich einfach nur darum kümmern, dass ihr kleiner Patient warm verpackt in einem Bettchen liegt. Läuft man ein Stück weiter, kommt man an etwas vorbei, was natürlich auf keinen Fall fehlen darf: ein Mc Donald’s. Eben noch Ärztin oder Krankenschwester, jetzt Frittenverkäufer. G hat sich eine Schürze umgebunden und ungefähr alle Sandwiches (hier heißt das, was wir Burger nennen Sandwich) gemacht, die McDoof so im Angebot hat. Ich hab dann immer so getan als wäre eins leckerer als das nächste und nachdem ich auch noch alle Drinks ausprobiert habe, konnten wir weitergehen. Wir machten einen kurzen Abstecher zu Alice im Wunderland, hatten Tee mit dem verrückten Hutmacher und dem Hasen und sind dann (mittlerweile auf der anderen Seite) die Treppe wieder hochgelaufen. Dort gelangten wir als erstes in ein Sportabteil mit einer Minilaufbahn, einer Kletterwand, Laufbändern, Gewichten und anderen Geräten. G hat alles ausführlich getestet und zu guter Letzt kamen wir zu einer Baustelle, bei der man Schaumstoffsteine in Schubkarren rumfahren und mit elektrischen Baggern spielen kann. Das war jetzt also mal eine kleine Tour durchs Please Touch Museum… Ich hab noch ein paar kleinere Stationen ausgelassen, damit das hier auch mal ein Ende hat. Aber ist an siche 'ne super Sache und man kann sehr entspannt viele Stunden da drin verbringen, weil sich die Kleinen prima allein beschäftigen. Man muss eben nur aufpassen, dass man sein Kind nicht im Gewühle verliert! ;)

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