Tag 3: Too much input

Heute gab es eindeutig zu viele Informationen auf einmal. Den ganzen Vormittag hatten wir nochmal Unterricht zum Thema Kindererziehung, Disziplin und Regeln sowie über Sicherheit mit dem besonderen Warnhinweis "Never shake a Baby!!!"... Darauf wurde so viel Wert gelegt, dass wir darüber sogar ein Video geschaut, eine Broschüre erhalten haben und dafür unterschreiben mussten, dass wir sowas niemals tun. Aber kein Mensch würde darauf kommen, so viel Wind um dieses absolut offensichtliche Tabu machen, wenn es nicht genug Menschen gäbe, die sich in Stresssituationen nicht unter Kontrolle haben...
Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt hinsichtlich des Alters der Kinder, die wir zu betreuen haben. Jede Gruppe hatte dann die Aufgabe möglichst kreativ zu werden und über physische/kognitive/sprachliche/sozial-emotionale Fähigkeiten sowie altersgerechte Aktivitäten, Ernährung und wichtige Sicherheitsvorkehrungen entweder ein Role Play, eine TV Show, ein Poem, eine Story, einen Song oder ein Game zu machen. Wir haben uns für letzteres entschieden, da son Spiel noch mit am wenigstens Aufwand verbunden war. Irgendwie fühlte ich mich wieder ein bisschen wie in Finnland vor einem Jahr, wo wir (Anni, Louise, Julis und ich) mindestens genau so hochmotiviert eine Diashow-Geschichte über Umweltschutz gestaltet haben. Ihr könnt euch vorstellen wie hoch der Spaßfaktor war.
Nach dem Abendbrot mussten wir zu einem zweistündigen Communikation-Workshop. Ich hab mich ja innerlich schon auf dämliche Rollenspiele vorbereitet, aber wider Erwarten durften wir uns in der ersten Stunde nur berieseln lassen von einer älteren Dame namens Nancy, die einfach mal eine dermaßen krasse Ausstrahlung hatte. Es war echt so ruhig, weil man total gefesselt wurde von ihrer Stimme. In der zweiten Stunde wurden wir in Fünfer-Gruppen eingeteilt und jede Gruppe hat eine Problemsituation bekommen, für die wir eine Lösung finden sollten bzw erstmal einen Weg, das bei unseren Gasteltern anzusprechen. Das war wirklich gut, weil vieles davon gar nicht so abwegig war...

Wir hatten zum Beispiel die Situation, dass wir weitaus mehr als die erlaubten 45 Stunden pro Woche von den Eltern in Anspruch genommen werden. Weitere Probleme waren unter anderem: Was, wenn die Eltern ständig vergessen mich am Ende der Woche zu bezahlen? Was, wenn meine Eltern mich demnächst besuchen wollen und ich in der Woche gern Urlaub hätte? Was, wenn ich zu einem Konzert gehen möchte, das erst 2pm zu Ende sein wird, obwohl ich spätestens um Mitternacht zu Hause sein muss?
Also auch, wenn es schwierig war sich damit auseinanderzusetzen, muss ich sagen, dass es gut ist, dass cultural care auch über solche Dinge spricht. In der Hinsicht werden wir hier schon echt super vorbereitet!
Zum Abschluss des Tages kam dann noch ein Police Officer, der allem Anschein nach eher zur Unterhaltung da war, als uns über Gefahren zu informieren. Allen zukünftigen CC-Aupairs, die das hier lesen sollten, kann ich nur sagen: Freut euch auf die Stunde mit ihm!

Danach bin ich nur noch ins Bett gefallen und ich hab's nichtmal geschafft, eine komplette Folge Bibi Blocksberg zu hören, bevor ich eingeschlafen bin ;)

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